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03.07.2012
Zahlreiche Gemeinden diskutieren derzeit die Einführung einer Pferdesteuer. Von bis zu 750
Euro pro Pferd und Jahr ist die Rede. Betriebsberater Uwe Karow, Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR), sagt: „Die Pferdebranche musste in den letzten zehn Jahren laufend Mehrwertsteuererhöhungen hinnehmen. In der Pensionspferdehaltung erst
von null auf sieben Prozent, dann auf 16 und nun seit einiger Zeit auf 19 Prozent. Und nun ist seit dem 1. Juli 2012 auch für den Pferdekauf eine Erhöhung von sieben auf 19 Prozent zu ertragen. Das bedeutet einen realen Einkommensverlust – für viele Betriebe der Ruin.“

Gemeinsam mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), dem Landessportbund Hessen sowie vielen weiteren Pferdebegeisterten haben Karow und zahlreiche Berufsreiterkollegen am vergangenen Montag im hessischen Lauterbach an einer Demonstration gegen die Einführung der Pferdesteuer teilgenommen.

„Positiv ist, dass die Politiker angesichts der großen Menge friedlich protestierender Menschen Gesprächsbereitschaft signalisiert haben“, berichtet Uwe Karow, und erklärt: „Wir müssen nun versuchen, mit sachlichen Argumenten zu verdeutlichen, dass die Einführung der Pferdesteuer für die Gemeinden ein Eigentor ist.

Niemand hat etwas davon, wenn Reitvereine ihre Pforten schließen müssen, weil
sie sich die Pferdehaltung nicht mehr leisten können. Arbeitsplätze fallen weg,
Jugendliche sitzen auf der Straße und der Gemeinde entgehen am Ende
Steuereinnahmen.“

In Hessen ist die Einführung der Pferdesteuer Teil eines Maßnahmenkatalogs der Landesregierung zur Konsolidierung der maroden kommunalen Haushalte. Wenn die Gemeinden mit dieser und anderen Maßnahmen einen soliden Spar- und Finanzierungsplan vorlegen können, haben sie Anspruch, unter einen kommunalen Rettungsschirm zu schlüpfen. Dieser verspricht beispielsweise der Stadt Lauterbach eine „Entschuldungshilfe“ von rund 14 Millionen Euro. Bis November müssen die Gemeinden, die sich Ende Juni 2012 für die Aufnahme in das Programm beworben haben, konkrete Pläne vorlegen, wie sie ihren Finanzhaushalt in den Griff bekommen wollen. Noch rund vier Monate, in denen die FN und die Landesverbände mit Unterstützung der BBR in Gesprächen mit den Verantwortlichen versuchen werden, die Einführung einer Pferdesteuer zu verhindern.

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